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Geschichte im Sylt-Lexikon

Es war ca. 8000 v. Chr. als Sylt vom Festland getrennt und zur Insel wurde. Einer Sage nach sollen 449 n. Chr. die Angeln und Sachsen von Wenningstedt aus nach England übersetzt und England erobert haben.

Überblick über die Sylter Geschichte – vom Beginn bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

Im Jahr 1141 aber erst wird die Insel Sylt erstmals in einer Urkunde erwähnt. Wie auch vielen anderenorts, so kommt auch die Pest auf die Insel Sylt. 1350 fordert diese zahlreiche Menschenleben auf der Insel. Aber damit nicht genug: Immer wieder fordern Sturmfluten Opfer. 1436 schließlich verschlingt eine Sturmflut den Hauptort der Insel, der den Namen Eidum trug. Zu dieser Zeit verdienen die Menschen auf Sylt ihren Lebensunterhalt mit dem Fang von Heringen. Die Überlebenden der Sturmflut siedeln sich weiter östlich an und errichten eine neue Siedlung – das war die Geburtsstunde des späteren Westerland.

Mitte des 17. Jahrhunderts suchten die Sylter nach einer neuen Quelle ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – und finden ihn im Walfang. Der Fang von Heringen ist nach wie vor aber die Haupteinnahmequelle. Der Hering hat dabei eine so große Bedeutung für die Sylter, dass der Hering 1668 das Wappentier der Insel wird. 1769 sind – so ergibt eine Volkszählung auf der Insel – mehr als 2.800 Menschen auf dieses Wappentier immer noch stolz. Drei Jahre später, 1792, erhält Sylt dabei auch endlich Anschluss an eine regelmäßige Postbeförderung. Damit die Menschen auf Sylt auch weiterhin leben können, werden bereits um das Jahr 1800 herum erstmals Schutzmaßnahmen ergriffen, und zwar in Form der planmäßigen Bepflanzung der Dünen. Rund 50 Jahre später, 1855, kamen dann die ersten Touristen auf die Insel.

20er Jahre

Der Tourismus auf der Nordseeinsel Sylt setzte in den 1850er Jahren ein. Westerland wurde dabei schon 1855 zum Seebad. Schon damals waren das Meer, das Watt und die Strandkörbe Dinge, die man automatisch mit Sylt in Verbindung brachte. War es Anfang der 1920er Jahre noch so, dass die so genannten Bäderschiffe aus Hamburg kommend die Gäste bis nach Hörnum brachten und es von dort aus mit Pferdekutschen, oder aber mit der Sylter Inselbahn dann ins Seebad Westerland ging, existierte der Ort Hörnum an sich zu dieser Zeit noch gar nicht.

1921 kam der Schriftsteller Thomas Mann erstmals auf die Nordseeinsel, um dort zu urlauben. Damals wohnte er in Wenningstedt. Als er später wieder nach Sylt kam, wohnte er im „Haus Kliffende“. Überhaupt war Sylt in den 1920er Jahren ein wahrer Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen. Der Ort Kampen wurde dabei zeitweise zur regelrechten Künstlerkolonie, insbesondere weil eben das Buchhändlerehepaar Tiedemann das Haus Kliffende zu einem Künstlertreffpunkt gemacht hatte. Von den Eindrücken, die die Insel dabei in den Köpfen der Künstler hinterließ, zerrten diese noch sehr lange auch noch in späteren Werken. Auch Thomas Mann ließ sich in seinem Roman „Der Zauberberg“ von Sylt inspirieren, insbesondere die Hauptfigur des Romans, den Protagonisten Hans Castorp. Nicht vergessen sollte man aber nicht, dass die 1920er Jahre in Deutschland auch die zum Teil sehr schwere Jahre für einen Großteil der Bevölkerung waren, denn gerade 1929 brach über Deutschland die Weltwirtschaftskrise herein. 1929 war aber auch das Jahr, in dem Thomas Mann mit dem Nobelpreis bedacht wurde.

Sylt in den 1930er Jahren

In den 1930er Jahren tat sich auf Sylt auf vielfältige Weise etwas: Da war zunächst einmal die Tatsache, dass im Zuge der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten auf Sylt eine Reihe von militärischen Anlagen und Wohnungen durch die Deutsche Wehrmacht errichtet wurde. Darüber hinaus wurde auch der bereits nach dem 1. Weltkrieg errichtete Flughafen von Sylt ab der 2. Hälfte der 1930er Jahre aus Gründen seiner strategischen Bedeutung zu einem Fliegerhorst umgerüstet wurde und mit drei sternförmig zueinander stehenden Start- und Landebahnen versehen und auf eine Gesamtfläche von 85 ha ausgebaut wurde. Es waren auch die 1930er Jahre, als der Ort Hörnum entstand. Und auch der Ort List verdankt sein heutiges Aussehen weitgehend den Bautätigkeiten in den 1930er Jahren zur Zeit des Nationalsozialismus. Es ist nämlich so, dass ganze Straßenzüge in List erst zu dieser Zeit angelegt wurden. Auch Kirche, Schule und die Kaserne stammen aus der Bautätigkeit dieser Jahre.

Das Sylt der 1930er Jahre ist aber auch im Bezug auf historische Ereignisse sehr markant. 1930 beispielsweise startete von hier auf der deutsche Flugpionier Wolfgang von Gronau zu einer Überquerung des Atlantiks. Zwei Jahre später war Sylt Ausgangspunkt für eben dessen Weltumrundung. Wie auch die 1920er Jahre, so waren auch die 1930er Jahre noch zum Teil Treffpunkt von vielen Künstlern, die hier in ihrem Urlaub verweilten, wie zum Beispiel von Emil Nolde, der hier im Jahr 1930 gleich mehrere Monate verlebte. Die 1930er Jahre brachten Sylt aber auch auf gewisse Weise aufgrund der gesamten politischen Situation erhebliche Einbussen, denn viele Hoteliers fügten sich der neuen Herrschaft der Nationalsozialisten und deren Rassenpolitik. Die meisten Hoteliers erklärten ihre Hotels nämlich für „judenfrei“, sprich Juden waren in den Hotels auf Sylt nicht mehr willkommen.

Die 1950er Jahre auf Sylt

Der Fremdenverkehr war auf Sylt bereits zu Kriegsbeginn 1939 eingestellt worden. Direkte Schäden an zivilen Gebäuden waren im 2. Weltkrieg nicht entstanden auf Sylt. Mit den wenigen Bombenangriffen, die es gab gegen Sylt wurde lediglich die sich auf der Insel befindlichen Militäreinrichtungen attackiert worden. Mit der Währungsunion und der Gründung der BRD im Jahr 1949 kamen auch die ersten Feriengäste wieder auf die Insel. Die Übernachtungszahlen stiegen in den 1950er Jahren wieder stark an. Die Deutschen hatten auch wieder Geld zum Reisen. Die Sylter Inselbahn erlebte in den 1950er Jahren noch einmal eine Blütezeit.

Da der Flughafen von Sylt in den 1950er Jahren – und zwar bis einschließlich zu seiner Übergabe an die Bundeswehr im Jahr 1961 – auch noch nach dem Krieg unter der Britischen Armee stand, wurde auf Sylt ab dm Jahr 1953 durch die Gruppe Sylter Segelflieger in Zusammenarbeit mit den Engländern wieder Schulungen angeboten. Erst ab 1961 wurden Teile des Sylter Flughafens wieder für den zivilen Flugverkehr freigegeben. Es war also so, dass Badegäste, die nach Sylt wollten, um dort zu urlauben wiederum nur per Schiff anreisen konnten. Die 1950er Jahre waren ja die Zeit, wo sich viele Jugendliche von „Altem“ befreiten. Einige gingen dabei soweit, dass sie sich der FKK-Bewegung anschlossen, die auch auf Sylt Einzug hielt, wobei es bald so war, dass diese auch sexuelle Revolution sich in den 1950er Jahren sich über die ganze Insel Sylt verbreitete. Zum Bedauern von manchen Einwohnern von Sylt, die die Moral recht hoch hielten, verband man mit dem Namen Sylt sehr bald das doch etwas anrüchige Nacktbaden.

Das Sylt der 1960er Jahre

Waren es in den 1920er Jahren Namen von Künstlern wie Thomas Mann, oder aber Persönlichkeiten wie Ferdinand Avenarius und Peter Suhrkamp, die Sylt zu ihrem Feriendomizil machten, waren es in den 1960er Jahren abermals Künstler, die die Nordseeinsel Sylt für sich entdeckten. Es war vor allem Gunter Sachs und seine damalige Ehefrau, die französische Schauspielerin Brigitte Bardot, die zahlreiche Künstler und Promis auf ihren Partys um sich scharten und insbesondere dem Ort Kampen auf Sylt einen Hauch von Weltstadtfeeling bescherten. Aber auch um 1960 herum erlebte der allgemeine Tourismus auf Sylt einen Boom. Und auch die Orte auf Sylt erlebten im Bezug auf äußerliche Veränderungen sehr viel. So erhielt zum Beispiel das Seebad Westerland ein ganz anderes Gesicht. An die Stelle der traditionellen Friesenhäusern, die als Ferienwohnungen vermietet wurden und den wilhelminischen Bädervillen, traten eine Reihe von größeren Hotels. Darüber hinaus entstand in Westerland in den 1960er Jahren auch ein neues Kurzentrum. Ab sofort prägten dabei Appartementanlagen mit bis zu 14 Stockwerken das Bild des Ortes. Im Gegensatz zu Westerland jedoch blieben alle anderen Orte der Insel von einer derartigen intensiven Bebauung weitgehend verschont.

In den 1960er Jahren konnte sich – wiederum dank der Promis – auch die Nacktkörperkultur endgültig auf der Insel etablieren. Die FKK-Anhänger erhielten in dieser Zeit eigene Strandabschnitte. Der wohl berühmteste FKK-Strand wurde die „Buhne 16“. Diese war auch Objekt von regelmäßigen Berichterstattungen in den Medien. Wo Freude ist, da ist auch oftmals Leid: 1962 wurde Sylt von einer Sturmflut heimgesucht. Diese war für die gesamte Nordseeküste eine Katastrophe.



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