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Sylt im Sylt-Lexikon

Die Nordseeinsel Sylt hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich. Dass es dort schon Menschen gab noch bevor Sylt im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, belegen die dort gefundenen Hünengräber. Sehr bekannt und noch gut erhalten ist zum Beispiel das Erdgrab von Tinnum. Dieses gehört zur Gruppe der Thinghügel. Auf Sylt sind insgesamt 47 dieser Anlagen auffindbar. In den Hügeln wurden dabei teilweise auch bronzezeitliche Nachbestattungen und eisenzeitliche Urnengräber gefunden in den Hügeln. Aus der Bronzezeit sind auf Sylt auch eine Reihe von Grabhügel zu finden, wobei viele der Denkmäler inzwischen abgetragen sind, oder aber durch Bebauung, bzw. Landwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten eingeebnet wurden. Nördlich von Kampen jedoch befindet sich noch ein erhaltener bronzezeitlicher Langhügel. Aber auch östlich der Insel im Watt finden sich Siedlungsspuren. Aus der Eisenzeit stammt die sich auf Sylt befindliche gut erhaltene Tinnumburg, wie auch die fast verschwundenen Burgen bei Achsum und bei Rantum. Bei der Tinnumburg handelt es sich um eine kreisförmige Wallanlage. Man kann dabei noch rekonstruieren, dass die Burg im Osten durch eine Landbrücke mit der Geest verbunden war. Man kann nicht mehr rekonstruieren, wozu diese Burgen in ihrer Nutzungszeit dienten. Man vermutet sogar, dass es Heiligtümer waren. Sicher ist auch, dass diese befestigten Plätze bei der Wiederbesiedlung von Sylt im 8. Jahrhundert für die Anlegung eines Dorfes genutzt wurden. Auch Wikinger hatten einst einmal Sylt fest im Griff. Deren Spuren sind jedoch nicht so spektakulär. Diese Spuren bestehen lediglich aus Fundstellen, in denen sich Siedlungsreste finden lassen. Darüber hinaus findet man auf Sylt auch noch eine große Zahl der so genannten Warften, den tellartigen Wohnhügeln der Wikinger.

Eröffnung des ersten Seebades

Im Jahr 1855 eröffnete auf Sylt das erste Seebad – in Westerland. Die Badegäste reisten damals noch mit den Bäderschiffen an, die aus Hamburg kamen. Auf Sylt angekommen ging es dabei mit Pferdekutschen weiter ins Seebad Westerland. 1888 wurde die Sylter Inselbahn in Betrieb genommen. Diese erleichterte den Badegästen wenigstens den Weg vom Hafen, wo die Bäderschiffe ankamen bis hin zum Seebad in Westerland. Später wurden auch noch andere Inselorte an die Sylter Inselbahn angeschlossen, so dass es den Badegästen auch möglich war alle Sehenswürdigkeiten der Insel – sei es nun das Rote Kliff bei Rantum, oder aber den Leuchtturm von Kampen – zu bewundern, und zwar binnen kurzer Zeit, und ohne dass sie wieder auf die doch recht unbequemen Pferdekutschen zurückgreifen mussten, die sich über unbefestigte Wege quälten.

Die Anreise nach Sylt war lange Zeit noch allein nur über die Bäderschiffe möglich. Wer sich aber leisten konnte, der hatte auch die Möglichkeit ab Juli 1919 per Flugzeug über den im 1. Weltkrieg errichteten Flughafen von Sylt anzureisen. Die Flugverbindungen existierten aber nur in den Sommermonaten und die Flugzeuge selbst boten auch nur Platz für 3 bis 5 Passagiere. In den 1920er Jahren änderte sich dies. Es gab durchaus auch regelmäßige Flugverbindungen. Wer nicht fliegen wollte, der musste freilich weiterhin mit den Bäderschiffen Sylt ansteuern. Wer natürlich seekrank wurde darauf, der hatte regelrecht Pech. Aber auch diesen Badegäste konnte geholfen werden: Ab 1927 verkehrte nämlich ein Zug auf dem gerade eröffneten Hindenburgdamm, der die 11 km von Sylt aus zum Festland dabei bis heute noch überbrückt.

Sylt bis ins 20. Jahrhundert

Sylt wurde in der Zweiten Marcellusflut durch den Verlust von großen Marschflächen zur Insel. Das so genannte Listland wurde um 1400 abgerissen und war für eine Zeit eine eigene Insel. Eidum, dort wo sich heute Westerland befindet, ging in der Allerheiligenflut 1436 unter und auch Rantum versank dabei unter den Dünen. Bereits im Jahr 1386 hatte Königin Margrete I. von Dänemark die Insel Sylt dem Grafen von Holstein-Rendsburg, Gerhard VI. überlassen. Nur List verblieb beim Königreich Dänemark. Königin Margarethe I. spielte aber nicht nur in der Geschichte Sylts eine entscheidende Rolle, sondern auch in der von anderen skandinavischen Nationen. 1426 erreichte Sylt Autonomie. Im Frieden von Vordingborg wurde 1435 beschlossen, dass List und das angrenzende Listland, wo sich damals der wichtigste Hafen zwischen der Elbe und Skagen befand, der Königshafen, wie auch Westerland eine königliche Enklave. Der Hauptteil der Insel behielt seine Unabhängigkeit.

Nachdem der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648), wovon Sylt nur wenig berührt wurde, und die Pest überstanden waren, sorgten im 17. und im 18. Jahrhundert die Austernzucht, der Walfang und die Seefahrt für einen bescheidenen Wohlstand von einem Teil der Bevölkerung auf Sylt. Kleinbauern und Landarbeiter auf Sylt hingegen lebten, wie auch in anderen Teilen des heutigen Deutschlands, in zum Teil bitterer Armut. Als der Deutsch-Dänische-Krieg zu Ende ging, wurde Sylt im Jahr 1866 ein Teil von Preußen und wurde in die Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert. – Dies war auch der Zeitpunkt, als der Fremdenverkehr auf Sylt einsetzte. Die Kurgäste kamen dabei zunächst ausschließlich per Postschiff, oder aber per Schnelldampfer.

Sylt in den Jahren 1918 bis 1945

Ebenso wenig wie im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648), so wurde Sylt auch im 1. Weltkrieg nicht zum unmittelbaren Kriegsschauplatz. Auf Sylt stimmten die Menschen dabei in einer Volksabstimmung für eine weitere Zugehörigkeit zum Deutschen Reich. Die Anreise für deutsche Feriengäste wurde jedoch, da der der damalige Hauptverbindungshafen Hoyer in Dänemark lag, zur einer umständlichen Auslandsreise. Vor diesem Hintergrund wurde der Hindenburgdamm endlich in die Tat umgesetzt und 1927 eröffnet. In den 1930er Jahren tummelten sich auf Sylt auch hochkarätige Nazis auf der Insel, so wie zum Beispiel Hermann Göring. Weil das nationalsozialistische Gedankengut auch auf Sylt nach und nach Einzug hielt passten sich letztlich auch die als eigentlich liberal geltenden Hoteliers und Gastwirte des Seebades Westerland an und erklärten ihre Häuser als „judenfrei“. Jüdische Gäste waren also unerwünscht, was Sylt eine Vielzahl ihrer bisherigen Klientel kostete. Auf die Nazi-Organisation Kraft durch Freude (KDF) nutzte die Insel als Urlaubsort. Aber Sylt beherbergte auch weiterhin Künstler und Literaten, die dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstanden – und zwar im Ort Kampen. Mit dem Beginn des 2. Weltkriegs wurde Sylt zum Sperrgebiet erklärt. Fremdenverkehr wurde nicht mehr zugelassen. Seezielbatterien und Bunkeranlagen wurden auf der Insel errichtet. – Man erwartete Seiten der Deutschen Wehrmacht nämlich eine Invasion der Alliierten von der Nordsee her. Sylt jedoch wurde im 2. Weltkrieg nahezu von kriegerischen Handlungen völlig verschont. Luftangriffe der Engländer erfolgten nur im September 1939 und März und Dezember 1940. Als in den letzten Kriegstagen die Engländer mit Panzern und Fahrzeugen über den Hindenburgdamm anrückten, ergab sich die Sylter Zivilbevölkerung ohne Gegenwehr.

Sylt nach 1945

Kriegsende Mai 1945 auf Sylt: Englische Panzer und Fahrzeuge kommen über den 11 km langen Hindenburgdamm gen Sylt gerollt. Sylt war im 2. Weltkrieg zum Sperrgebiet erklärt wurden, Fremdenverkehr gab es in diesen Jahren nicht. Von direkten Bombenangriffen weitgehend verschont und kaum aufgetretene Schäden durch Bombenangriffe am 7. September 1939, 8. September 1939, 3. Dezember 1939, 19. März 1940 und am 17. Dezember 1940 durch englische Kampfverbände, ergaben sich die Menschen auf Sylt den Engländern ohne Gegenwehr. In den auf Sylt eingerichteten Wehrmachtswohnungen und Lagern wurden aus den deutschen Ostgebieten, insbesondere Ostpreußen, Heimatvertriebene einquartiert. Binnen kurzer Zeit verdoppelte sich dabei die Bevölkerung von Sylt auf 25.000 Einwohner. Von den Heimatvertriebenen blieben dabei viele auf Sylt und arbeiteten fortan im Fremdenverkehr, der nach dem Krieg wieder angekurbelt wurde. Unter den Heimatvertriebenen befanden sich auch die von ihrer eigenen Insel vertriebenen Helgoländer. Nach der Freigabe von Helgoland kehrten diese zum Teil dorthin wieder zurück. In den 1960er Jahren, aber auch schon in den 1950er Jahren war Sylt durch die zunehmende Reiselust der Deutschen beliebt, wie nie zuvor. Das Aussehen von Sylt änderte sich mit dem Einbruch des Massentourismus sehr. Ab Mitte der 1960er Jahren entstanden dabei zum Beispiel in Westerland bis zu 13-stöckige Appartementblöcke - unmittelbar am Meer. Der Anstieg des Tourismus hatte dabei auf andere Wirtschaftszweige natürlich – wie anderenorts auch – aber negative Auswirkungen. Dies führte dazu, dass Sylt heute nahezu vollständig vom Tourismus abhängig ist. Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und Dienstleistungen sind dabei auf die Bedürfnisse des Tourismus zugeschnitten. Landwirtschaft und Seefahrt spielen kaum mehr eine Rolle.

Sylt zur Zeit des 2. Weltkriegs und danach

Schon nach ihrer Machtergreifung errichteten die Nationalsozialisten auf der Nordseeinsel Sylt Kasernen, bauten den Flughafen zu einem Fliegerhorst um und errichteten Garnisonsstellungen. Aufgrund der angestrebten Pläne der Erweiterung des Dritten Reiches befürchtete man seitens der Deutschen Wehrmacht nämlich einen Angriff der Alliierten von der Nordsee aus. Rund 10.000 Soldaten waren auf der Insel stationiert. Im 2. Weltkrieg wurde Sylt Sperrgebiet. Der Fremdenverkehr kam dabei ganz zum Erliegen, wobei Sylt von kriegerischen Handlungen weitgehend verschont blieb. Seitens der Engländer erfolgten jedoch einige vereinzelte Bombenangriffe am 7. September 1939, am 8. September 1939, sowie am 3. Dezember 1939, am 19. März 1940 und letztlich am 17. Dezember 1940. Die britischen Besatzer kamen dann letztlich in den letzten Kriegstagen. Mit Panzern und Fahrzeugen erfolgte dabei die Invation über den Hindenburgdamm. Die Inselbewohner ergaben sich dabei ohne Gegenwehr. Nach Kriegsende 1945 wurden aus den deutschen Ostgebieten auf Sylt auch sehr viele Heimatvertriebene untergebracht, insbesondere aus Ostpreußen, aber auch die Helgoländer, deren Insel von den Briten besetzt und zum Sperrgebiet erklärt wurde. Bis 1952 blieb die Insel dabei unbewohnbar, weil dort Testbombenabwürfe durchgeführt wurden. Durch die Einquartierung der Heimatvertriebenen in die alten Wehrmachtswohnungen und Lager verdoppelte sich die Bevölkerung von Sylt schlagartig auf rund 25.000 Einwohner. Es war dabei so, dass viele Heimatvertriebene eben auf Sylt eine neue Heimat und auch Arbeit fanden. Mit der Währungsunion und der Gründung der BRD kamen auch die Touristen auf die Insel Sylt zurück, um dort unvergessliche Tage zu erleben. Die zwar nicht zerstörten Bauten wurden hierfür schnell wieder hergerichtet.

Die Orte auf Sylt

Wenn man Sylt besucht, so hat man die Wahl in mehreren Inselorten zu nächtigen. Der Hauptort der Insel ist Westerland. Mittels Bürgerentscheid wurde entschieden, dass Sylt-Ost per 01. Januar 2009 zu Westerland gehören wird. Sylt-Ost ist dabei ein Zusammenschluss von ehemals selbständigen Dörfern der Nössehalbinsel, Tinnum, Munkmarsch, Archsum und Morsum, sowie Keitum. Insgesamt befinden sich entlang der Sylter Westküste sechs selbständige Orte. Ganz im Norden liegt dabei die Gemeinde List. Es handelt sich dabei um die nördlichste Gemeinde von Deutschland. List gehörte einmal lange zu Dänemark. In List befindet sich ein Schutzhafen. Von diesem aus gehen Ausflugsschiffe und auch die Fähre „Sylt-Express“ der Rømø-Sylt-Linie nach Havneby, eben auf der dänischen Nachbarinsel Rømø.

Ein weiteres Ort auf Sylt ist Wenningstedt. Dieser Ort ist seit über 100 Jahren als „Familienbad“ bekannt. Zusammen mit Kampen und Braderup bildet dieser Ort eine Verwaltungsgemeinschaft, und zwar die der „Norddörfer“. Hierbei handelt es sich um einen früheren interkommunalen Zweckverband der Insel. Existent ist hierbei noch ein Schulverband. Der Ort Kampen ist vor allem bekannt, weil er in den 1950er und den 1960er Jahren als der Prominententreff in Deutschland schlechthin galt. Weit über die Grenzen von Kampen hinaus bekannt ist auch der seit 1855 dort stehende 38 m hohe schwarz-weiße Leuchtturm Kampen. Auf der Insel Sylt gibt es zudem noch den Ort Rantum. Insbesondere hier ist die Vormacht der Natur auf Sylt spürbar. Einige Höfe und eine Kirche mussten den Wanderdünen weichen. Hier jedoch konnte die Gefahr durch Dünengras gebannt werden. Letztlich gibt es auch auf Sylt noch den Ort Hörnum. Dieser Ort wurde erst um 1900 gegründet.

Die Orteile der Gemeinde Sylt-Ost und ihre Geschichte

Die Großgemeinde Sylt-Ost soll per Bürgerentscheid zum 01. Januar 2009 ein Teil von Westerland, dem Hauptort der Insel, werden. Die Gemeinde gliedert sich in fünf Ortsteile, die einst selbstständig waren - Archsum, Keitum, Morsum, Munkmarsch und Tinnum. Die Gemeinde besteht dabei in ihrer heutigen Form seit 1970. Den Ort Archsum gibt es dabei schon recht lange. Es ist so, dass archäologische Grabungen belegen, dass hier bereits schon eine vorgeschichtliche Besiedlung bestand. 1350 herum sollen einer Überlieferung nach alle Einwohner des Ortes der Pest zum Opfer gefallen sein. Von Rantum aus soll der Ort neu besiedelt worden sein. Der Ort gilt heute als „Grüner Ort“ der Insel, weil sich hier zahlreiche Alleen finden, sowie ein alter Baumbestand. Der Ort Morsum ist vor allem wegen des Morsum-Kliffs sehr bekannt. Auch dieser Ort wurde von der Pest heimgesucht – und zwar mehrfach im 15. und 16. Jahrhundert. Seit 1958 ist Morsum Luftkurort. Der zur Gemeinde Sylt-Ost gehörende Ort Munkmarsch ist heute vor allem bekannt wegen seines Yachthafens. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1422. Der Hafen wurde 1859 gebaut. Der Ort Tinnum ist die größte Siedlung der Gemeinde Sylt-Ost. Sie bildet mit der westlich gelegenen Stadt Westerland einen baulichen Verbund. Von 1547 bis 1868 war dieser Ort Sitz der Sylter Landvögte. Darüber hinaus befand sich hier auch das Inselgefängnis und das Amtsgericht. Erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 1440. Das Wappen der Gemeinde Sylt-Ost ist in den Farben Gold und Blau gehalten. Oben findet sich eine rote Sonne und um sie herum fünf Sterne in blau, die für die fünf Ortsteile stehen. Auf der blauen Hälfte des Wappens befindet sich ein nach links schwimmender silberner Hering.

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Spanien mit den Regionen Andalusien, Kantabrien, Extremadura, Galicien, Katalonien sowie den Inseln Gran Canaria, Ibiza, Lanzarote, Mallorca, El Hierro, Teneriffa und Fuerteventura. Auch die Stadt Barcelona hat ein eigenes Reiseportal.

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Besonders besuchenswert ist die Region Allgäu sowie die Inseln Rügen und Sylt.

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